Funke © Funke
Die Funke Mediengruppe will Mathias Döpfner an der Spitze des Verlegerverbands BDZV loswerden, das ist nun noch einmal sehr klar geworden. So zitiert die "SZ" ein Statement von Funke, in der diese Döpfner zum Rücktritt auffordert und außerdem auch mit dem eigenen Rückzug aus dem Verband droht. Bereits vor einigen Tagen hatte sich Funke gegen Döpfner gestellt (DWDL.de berichtete), auf der anschließenden Delegiertenversammlung des BDZV gab es aber keine Einigung. Das Thema sei dort sogar nur eine Randnotiz gewesen, schreibt die "SZ". 

Doch wie lange Döpfner die Forderungen von Funke noch ignorieren kann, ist fraglich. "Wir halten die hier geforderte Trennung von Präsidentenamt und Person für nicht haltbar. Deshalb erwarten wir eine personelle Neuaufstellung an der Spitze des BDZV", heißt es nun von Funke, das seine Werte nicht mehr ausreichend repräsentiert sieht. "Zudem haben wir Sorge, dass die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche gefährdet ist." 

Mathias Döpfner © Axel Springer
Die Lage ist deshalb auch so ernst, weil Funke nach Angaben der "SZ" der größte Verlag im BDZV ist. Ein möglicher Austritt wäre ein immenser Imageschaden für den Verband. Und übrigens auch ein finanzieller: Funke ist der Verlag, der aufgrund seiner Größe die meisten Beiträge zahlt. Und es regt sich nicht nur bei Funke Widerstand gegen Döpfner: Kurz nach der Delegiertenversammlung legte BDZV-Vize Thomas Düffert von Madsack sein Amt nieder, das war eine direkte Konsequenz auf die Weigerung von Döpfner, sich von der Verbandsspitze zurückzuziehen. 

Döpfner geriet Anfang Februar durch einen Bericht der "Financial Times" unter Druck. Der Vorstand von Axel Springer soll demnach versucht haben, die Dinge im Fall des geschassten "Bild"-Chefredakteurs Julian Reichelt so zu vertuschen, dass dieser doch im Amt bleiben kann. Außerdem soll Döpfner eine Gegenuntersuchung in Auftrag gegeben haben, um Betroffene und angebliche Hintermänner auszuforschen. Einige Monate davor stand Döpfner schon einmal wegen einer öffentlich gewordenen SMS unter Druck, darin bezeichnete er Reichelt als "einzigen Journalisten, der noch mutig dagegen aufbegehrt" gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat". Andere Journalistinnen und Journalisten verunglimpfte er pauschal als "Propaganda-Assistenten".

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