Während seiner Zeit als Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat sich Christian Seifert einen Ruf als versierter Manager erarbeitet. Nun, wenige Wochen nach seinem Abschied von der DFL, hat sich Seifert bereits eine neue Herausforderung gesucht - und für die wird er mit Axel Springer zusammenarbeiten. Wie am Montag bekannt wurde, hat Seifert ein Start-up gegründet, an dem sich der Verlag mehrheitlich beteiligt. Der 52-Jährige halte einen "signifikanten Anteil" an dem Unternehmen und fungiere als geschäftsführender Gesellschafter. 

Erklärtes Ziel ist es, bis Herbst 2023 gemeinsam eine auf den deutschen Markt zugeschnittene "Streaming-Plattform für Ligenwettbewerbe und herausragende Einzelsportevents" zu entwickeln. Das Angebot soll sich direkt an den Endkunden richten, jedoch auch über bereits im Markt verfügbare Plattformen erhältlich sein.

Bei der neuen, noch namenlosen Plattform soll es um Sportarten jenseits des Fußballs gehen. Sie könnte sich zur neuen Konkurrenz für die Telekom entwickeln und gleichzeitig in die Lücke stoßen, die der Sportstreamingdienst DAZN durch den verstärkten Fokus auf hochklassige Fußball-Rechte wie Bundesliga und Champions League gerade öffnet. Gemeinsam wollen Seifert und Springer die audiovisuellen Rechte "attraktiver Ligen und Sportevents erstmals in einem medialen Angebot" bündeln, wie es heißt. Konkret genannt werden Handball, Basketball und Eishockey, deren Wahrnehmung und Wertschätzung man "deutlich steigern" wolle.

"Ambitionierte Unternehmung"

"Deutschland ist eine sportbegeisterte Nation, in der sich Millionen von Fans auch für andere Sportarten als Fußball interessieren", so Christian Seifert. "Dieser großen Sport-Community wollen wir mit unserem Streaming-Portal eine neue Heimat bieten. Hierzu werden wir zahlreichen Ligen und Verbänden attraktive Kooperationsangebote unterbreiten. Axel Springer ist seit jeher nah dran am Sport und aufgrund der Erfahrung bei der Umsetzung komplexer digitaler Projekte sowie durch die große Stärke bei Vermarktung und Vertrieb der perfekte Partner für diese ambitionierte Unternehmung."

Mathias Döpfner © Axel Springer Mathias Döpfner
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE: "Sport gehört zu Axel Springer. Und in diesem Bereich wollen wir erklärtermaßen weiter investieren und wachsen. Nun bündeln wir die Stärken von Axel Springer als Medien- und Technologieunternehmen mit der herausragenden Erfahrung und ausgewiesenen Kompetenz von Christian Seifert. Mit unserem gemeinsamen Medienunternehmen können wir unseren künftigen Partnern eine einzigartige Plattform bieten."

Während Springer nun also auf die Expertise des früheren DFL-Chefs baut, hat Donata Hopfen, die neue Chefin der DFL, wiederum eine Springer-Vergangenheit. 14 Jahre lang arbeitete Hopfen für den Verlag, darunter als Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe.

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