James Rushton © DAZN James Rushton
Ganz wesentliche Veränderungen in seinem Top-Management nimmt der Sportstreamingdienst DAZN vor, wie er am Montagnachmittag mitteilte. So ist DAZN-Gründer James Rushton nicht mehr länger CEO des Unternehmens. Zu diesem war er im Sommer 2020 ernannt worden. Rushton, der einen Großteil seiner Karriere bei der Konzernmutter Perform angestellt ist, wird künftig nur noch für Rechte, Inhalte und das Wachstum in den einzelnen Märkten zuständig sein. Zum neuen und alleinigen CEO des Unternehmens wurde derweil Shay Segev ernannt, der im Juni 2021 bei DAZN anheuerte.



Segev arbeitete vor seiner DAZN-Zeit beim Wett- und Gaming-Anbieter Entain, der mit Segev an der Spitze deutlich wuchs. Sportwetten und E-Commerce sollen beim DAZN der Zukunft nun eine größere Rolle spielen, bestätigte Kevin Mayer, DAZN Group Chairman. "Shays technologischer Hintergrund und seine herausragende Erfahrung in der Entwicklung einer starken Leistungskultur werden von großem Nutzen sein, wenn DAZN neben unserem Kernangebot des Live-Sport-Streamings weitere interaktive Dienste zur Einbindung der Fans einführt, wie z.B. Sportwetten und E-Commerce." Rushtons Expertise, setzt Mayer fort, werde in den Vorstellungen von DAZN derweil sicherstellen, dass das Unternehmen sein Kerngeschäft weiter pflege und auch ausbaue.

Dass mit Segev nun ein Mann mit besonderer Expertise abseits des klassischen TV-Business den Inhalte-Mann Rushton von der Spitze verdrängt, ist ein klares Zeichen. In den wesentlichen Kernmärkten Europas hat DAZN binnen weniger Jahre für beachtliches Geld beachtliche Rechte erworben – jüngst etwa die Mehrheit und die wichtigsten Spiele der italienischen Serie A im lokalen Markt oder eine Vielzahl an Spielen der La Liga in Spanien. In Deutschland laufen die meisten Champions-League-Spiele und über 100 Bundesliga-Matches pro Spielzeit beim Sportstreamer. Hinzu kommen sich verdichtende Gerüchte, dass DAZN kurz vor der Übernahme von BT Sport in England ist - und somit dann auch auf der Insel nationalen Fußball und die Königsklasse zeigen kann. Dafür greift DAZN sehr tief in die Taschen – und muss sich Nachfragen nach der Refinanzierbarkeit gefallen lassen. Ganz offenbar soll diese mit dem Erschließen neuer Geschäftsfelder gelingen. Noch für 2022 kündigt DAZN seinen Nutzerinnen und Nutzern daher ein noch "intensiveres, interaktiveres Erlebnis" an.

Dazu passt auch, dass nach rund vier Jahren als Chief Financial Officer Stuart Epstein im Unternehmen abgelöst wird. Im ersten Halbjahr 2022 soll er sich noch als Mitglied des DAZN-Vorstand um einen reibungslosen und effektiven Übergang kümmern. Denn neuer Finanzchef von DAZN wird Darren Waterman. Waterman kommt von Amazon Prime Video, wo er zuletzt das dortige Finanzteam leitete. "Die Tatsache, dass wir in der Lage sind, so hochkarätige Persönlichkeiten zu gewinnen, ist ein Beweis für die Stärke unseres Unternehmens und unsere Zukunft", erklärte Kevin Mayer. Für DAZN in der DACH-Region bleibt unverändert Thomas de Buhr verantwortlich.