Mit Florian Hager hat der HR-Rundfunkrat am Freitag einen neuen Intendanten gewählt, im März 2022 übernimmt er seinen neuen Job von Manfred Krupp, der dann in den Ruhestand geht. Darüber hinaus musste sich der Rundfunkrat am Freitag aber auch mit dem Haushaltsplan für 2022 befassen. Diesen hat man nun einstimmig genehmigt, mit einem Fehlbetrag in Höhe von 81 Millionen Euro erwartet man jedoch ein großes Minus. So plant man mit Aufwendungen in Höhe von 612 Millionen Euro, die Erträge liegen dagegen nur bei 531 Millionen. 

Der HR verweist angesichts des hohen Fehlbetrags auf die "anhaltende Niedrigzinsphase" sowie einem "Rückstellungsbedarf für die Altersversorgung". "Der Hessische Rundfunk steht weiterhin vor zwei riesigen Herausforderungen: Sparen und Umschichten ist nach wie vor die oberste Maßgabe unseres wirtschaftlichen Handels", sagt der scheidende Intendant Manfred Krupp. "Gleichzeitig muss der hr auch künftig Antworten auf den digitalen Wandel finden, um seinem gesellschaftlichen Auftrag gerecht werden zu können."

Man sei allen Menschen in Hessen verpflichtet, sagt Krupp. "Ob es das TikTok-Finanzformat für 16- bis 21-Jährige ist, die Hessenschau oder das mehrteilige Hörspiel - wir behandeln heute lineare und digitale Programmangebote gleichwertig. Wir arbeiten medienübergreifend und stärken durch eine integrierte Programmplanung gezielt unsere eigenen Plattformen. Denn wir wollen, dass sich Audiothek und Mediathek mit unseren qualitätsvollen Inhalten in der digitalen Angebotsvielfalt stark positionieren. Der HR hat sich in den vergangenen Jahren verändert, auch strukturell. Wir erreichen heute besser neue Zielgruppen und können flexibler handeln. In der sich immer schneller wandelnden Medienwelt ist das die Voraussetzung, um als Medienhaus zukunftssicher aufgestellt zu sein."

Rolf Müller, Vorsitzender des Rundfunkrats, betonte, dass die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Hessischen Rundfunks die Voraussetzung sei, damit der HR seinem gesellschaftlichen Auftrag nachkommen könne. "Das Bundesverfassungsgericht hat zuletzt im Juli 2021 festgestellt, wie unerlässlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist. So sei es in Zeiten komplexen Informationsaufkommens und einseitiger Darstellungen in Filterblasen und Fake News seine Aufgabe, durch authentische, sorgfältig recherchierte Information ein vielfaltssicherndes und Orientierungshilfe bietendes Gegengewicht zu bilden. Gerade in Zeiten von Corona bestätigt sich dieses Urteil. Als Aufsichtsgremium haben wir die tiefgreifende Umgestaltung des HR hin zu einem modernen Medienhaus in den vergangenen Jahren kritisch und konstruktiv begleiten. Wir werden weiterhin stellvertretend für die Menschen in Hessen und in ihrem Interesse den Wandel unterstützen, um die Akzeptanz zu fördern."

Armin Clauss, Vorsitzender des Verwaltungsrats, erklärte derweil, der HR müsse sich weiter verändern müssen, um seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen zu können. "Das wird nur gelingen, wenn wir wirtschaftlich handeln, nicht nur beim Haushalt 2022, sondern darüber hinaus auch bei der mittelfristigen Finanzplanung, die über die nächste Beitragsperiode hinaus die Mindestliquidität sichert." Dass die finanzielle Situation beim HR durchaus angespannt ist, weiß auch Florian Hager (DWDL.de berichtete).