Der italienische Medienriese Mediaset verpasst sich einen neuen Namen und heißt künftig Media for Europa (MfE). Unter diesem Namen bastelt Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi nun schon seit einiger Zeit an einer europäischen Fernsehallianz, die bislang allerdings nur auf dem Papier bestand. Geht es nach Berlusconi, soll auch ProSiebenSat.1 Teil dieser Allianz sein. In Unterföhring wehrt man sich bislang aber erfolgreich gegen die Pläne und straft Mediaset vor allem mit Desinteresse. 

Durch die Umbenennung will Mediaset seine Pläne nun untermauern. Darüber hinaus hat Mediaset nun auch seinen Firmensitz von Mailand nach Amsterdam verlegt. Die Aktionärsversammlung des Unternehmens, die am Donnerstag zum ersten Mal in der niederländischen Hauptstadt stattfand, gab grünes Licht für die Veränderungen. Die Tochtergesellschaften in Italien und Spanien firmieren aber auch künftig unter dem Namen Mediaset. 

Auch Vivendi stimmte der Umbenennung zu. Mit dem französischen Medienkonzern lag Mediaset zuletzt lange im Streit, weshalb die Pläne für die europäische Fernsehallianz nicht realisiert werden konnten. Im Mai jedoch einigte sich Mediaset mit seinem Großaktionär, der künftig jedoch nur noch zu einem geringen Teil am Konzern beteiligt sein wird (DWDL.de berichtete). 

Von Mediaset heißt es nun, dass man unter dem neuen Dach auch andere TV-Gruppen zusammenfassen will. Ziel sei eine internationale Holding, die die wichtigsten europäischen Fernsehsender vereine. Im kommenden Jahr dürfte sich auch entscheiden, wie sich ProSiebenSat.1 in der Sache endgültig verhält. Zuletzt hieß es, Mediaset wolle den auslaufenden Vertrag von Vorstandssprecher Rainer Beaujean nicht verlängern. Aber auch trotz dieser Drohung zeigt man in Unterföhring weiterhin kein Interesse an einer Fusion mit Mediaset bzw. einer intensiven Kooperation im Rahmen der Media for Europe.