Das gab es noch nie: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ist jetzt auch der Eurovision Song Contest abgesagt worden. Das gab die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Mittwoch bekannt. Zuvor hatte es bereits Spekulationen über eine mögliche Absage gegeben, auch wenn die Veranstalter noch vor wenigen Tagen betonten, die Planungen für die größte Musikshow der Welt im Mai weiter vorantreiben zu wollen.

"In den letzten Wochen haben wir viele alternative Optionen untersucht, damit der Eurovision Song Contest stattfinden kann. Aufgrund der Unsicherheit, die durch die Verbreitung von Covid-19 in ganz Europa entsteht, und der von den Regierungen der teilnehmenden Rundfunkanstalten und den niederländischen Behörden auferlegten Beschränkungen, hat die EBU jedoch die schwierige Entscheidung getroffen, dass es unmöglich ist, das Live-Event wie geplant stattfinden zu lassen", heißt es nun in einer offiziellen Stellungnahme.

Man sei sehr stolz darauf, dass der Eurovision Song Contest in den letzten 64 Jahren ohne Unterbrechung das Publikum vereint habe und sei "wie die Millionen Fans auf der ganzen Welt äußerst traurig, dass er nicht im Mai stattfinden kann", so die EBU weiter. Nun soll das Gespräch mit Sendern und der Stadt Rotterdam gesucht werden, um die Ausrichtung auf das kommende Jahr zu verschieben. 

Thomas Schreiber© NDR/@ESC-kompakt.de/Peter Rensmann
"Das haben wir erwartet und befürchtet - es ist leider die einzig richtige Entscheidung", kommentierte der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber (Foto). "So enttäuschend es für alle Beteiligten, für alle Künstlerinnen und Künstler und alle Zuschauerinnen und Zuschauer in Europa und Australien ist, so gilt doch auch für den ESC: Die Gesundheit aller muss oberstes Ziel sein." 

Und weiter: "Durch intensive Gespräche weiß ich, dass sich das niederländische Team um Executive Producer Sietse Bakker, die EBU mit Jon Ola Sand sowie die Reference Group hochprofessionell, sehr verantwortungsvoll und gründlich allen Fragen gestellt hat, die die Corona-Epidemie für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Eurovision Song Contest aufwirft. Ich habe uneingeschränktes Vertrauen, dass alle Verantwortlichen mit Hochdruck an der bestmöglichen Lösung für den ESC 2021 arbeiten." 

Weiterführende Informationen gibt es bislang nicht. "Was das im Detail für uns und unseren Künstler Ben Dolic mit seinem erfolgreichen Song 'Violent Thing' bedeutet, werden wir jetzt mit unseren kreativen Partnern besprechen", sagte Schreiber. Allerdings könnte der Schritt bedeuten, dass die teilnehmenden Länder im kommenden Jahr neue Acts auswählen müssen. Hierzulande hatte der NDR in den vergangenen Monaten ein umfangreiches Auswahlverfahren veranstaltet.

Ben Dolic: "Die Nachricht über die Absage des Eurovision Song Contest 2020 hat mich persönlich natürlich tief getroffen und ich bin unendlich traurig. Angesichts der Lage um uns herum ist die Absage aber total verständlich und das einzig Richtige. Die Gesundheit geht einfach vor. Wir müssen jetzt alle aufeinander Acht geben und zusammenhalten, damit wir diese Krise gemeinsam überwinden können."