Zum Start seiner neuen Serien "Sankt Maik" und "Beck is back" ließ RTL im ganzen Land eine Nachricht an Sat.1 plakatieren: "Den Dienstag übernehmen wir", so die Botschaft an die Konkurrenz, die den Angriff nicht so leicht auf sich sitzen lassen und "Sankt Maik" mit der Ausstrahlung des Kino-Hits "Fack ju Göhte" den Start erschweren wollte. "Der Dienstag ist seit über 20 Jahren der Deutsche-Fiction-Sendeplatz in Sat.1. Den geben wir so leicht nicht auf", gab Sat.1-Chef Kaspar Pflüger kurz darauf im DWDL.de-Interview zu Protokoll.

Inzwischen dürfte in Unterföhring allerdings Ernüchterung eingekehrt sein, denn in den vergangenen Wochen musste sich Sat.1 der neuen Serien-Konkurrenz von RTL zumeist sehr klar geschlagen geben. Auf im Schnitt nur 8,3 Prozent Marktanteil brachte es die zweite Staffel der erneut in Doppelfolgen ausgestrahlten Krimiserie "Einstein" mit Tom Beck in der Hauptrolle - und das, obwohl auch die beiden RTL-Serien bislang nicht gerade als Überflieger durchgehen.

Bemerkbar machte sich die Konkurrenz jedoch allemal, denn verglichen mit der ersten Staffel ging der "Einstein"-Marktanteil um über zwei Prozentpunkte nach unten. Die Gesamt-Reichweite sackte sogar um mehr als 600.000 Zuschauer auf im Schnitt rund 1,7 Millionen ab. Und während sich die Sat.1-Serie vor einem Jahr noch bei durchweg mehr als zwei Millionen Zuschauern hielt, lag die zweite Staffel nun komplett darunter - eigentlich ist das viel zu wenig. Kein Wunder also, dass man sich bei Sat.1 derzeit noch schwer damit tut, eine Aussage über die Zukunft zu treffen.

Zuschauer-Trend: Einstein
Einstein

Anders als 2017, als man noch vor dem Staffel-Finale grünes Licht für eine Fortsetzung gab, wird diesmal noch gezögert. "Wir freuen uns, dass die zweite Staffel zum Finale nochmal zulegen konnte und gehen jetzt in Ruhe in die Bewertung", erklärte Sat.1-Sprecherin Diana Schardt auf Nachfrage des Medienmagazins DWDL.de. Helfen könnte dabei, dass die letzten beiden Folgen den Tiefstwert der Vorwoche, als der Marktanteil sogar weniger als sechs Prozent betrug, hinter sich lassen konnten. Man sei immer noch Fan der Serie, ist aus dem Sender zu hören.

Von den öffentlich ausgegebenen Quoten-Zielen für die deutsche Fiction ist die Produktion von Zeitsprung Pictures dennoch letztlich weit entfernt. "13 Prozent waren und sind unser Ziel", hatte Yvonne Weber, die als Fiction-Vizechefin für die Sendergruppe tätig ist, vor knapp zwei Jahren erklärt. Kleiner Trost für "Einstein": Werte wie diese stellten zuletzt auch mit Blick auf die Sat.1-Filme seither die Ausnahme dar.